Bericht von „Memmingen sind wir“

Standing Ovations für den Weihnachtszauber 2017

12. Dezember 2017 von Christine Hassler

Der „Weihnachtszauber 2017“ von und mit dem Showensemble Joy of Voice war auch in diesem Jahr ein Fest der Freude, die das Publikum in einer seit langem ausverkauften Kirche Christi Auferstehung berührte und mitriss. 75 Sängerinnen und Sänger jeden Alters zauberten zusammen mit fünf Technikern nicht nur einen vorweihnachtlichen Ohren- und Augenschmaus, sondern auch einen Abend für die Menschlichkeit.

 

Unterhaltsam, aber auch mit vielen Denkanstößen versehen, moderierte Andreas Schales das Benefizkonzert zugunsten der „Kartei der Not“ und wurde dabei aktiv unterstützt durch den kleinen Sänger des Ensembles Niclas Landau, der im Festspielhaus Füssen den jungen Ludwig verkörperte.

Nach „der dicke Schneemann Willibald“ und „Schließ jede Tür vor mir“ aus dem Musical „Joseph“, gesungen von den Jüngsten des Ensembles, galt Andreas Schales Dank dem veranstaltenden Verein „Soziale Bürger Memmingen e.V.“, vertreten durch den Vorstand Manfred Bretzel sowie Dekan Ludwig Waldmüller, der die Kirche für das Konzert zur Verfügung stellte.

In seiner kurzen Begrüßung sensibilisierte Dekan Waldmüller dafür, dass es auch in unserer wirtschaftlich florierenden Stadt leider viele Menschen gebe, die auch an seine Tür klopfen, weil sie in Not geraten sind und nicht mehr aus noch ein wissen.

„Unverschuldet in Not geraten“ sei eine wenig treffende Beschreibung, denn kaum jemand gerate selbstverschuldet in Not, deshalb müsse jedem geholfen werden, der in eine ausweglos scheinende Situation gerät, betonte Dekan Waldmüller.

Der Verein Soziale Bürger Memmingen e.V. unterstütze durch Seniorenarbeit und Veranstaltungen vereinsamte Menschen durch zahlreiche Veranstaltungen und soziale Aktivitäten, stellte Manfred Bretzel den Verein vor.

Nach einem bezaubernden „Kleine Sterne“ der jüngsten Mitglieder des Ensembles zündeten Andreas Schales und Niklas vier Kerzen an und erzählten eine kurze Geschichte von vier Kerzen, von denen nach und nach drei erloschen: Die erste Kerze hieß Frieden, „aber den will ja niemand“, sagte Niklas, der sie verkörperte und blies sie aus. Die zweite hieß Glauben „aber den haben viele Menschen verloren“, erinnerte Andreas Schales und blies die zweite Kerze aus. Die dritte hieß Liebe „aber die Menschen schauen ja nur noch auf sich selbst“, klagte Niklas und blies die dritte Kerze aus. Die vierte Kerze hieß Hoffnung und sagte „Habt keine Angst, solange es mich, die Hoffnung gibt, solange gibt es die Möglichkeit, Euch alle drei wieder zum Leben zu erwecken“. Und so reichte es sein Licht an die anderen drei Kerzen weiter.

Ebenso ansteckend wie diese Kerze war die Freude, die die Sängerinnen und Sänger in diesem vorweihnachtlichen Show-Konzert zu vermitteln vermochten und das Publikum mit Liedern wie „Go, tell it on the Mountain“, „Let the whole world know“, „You rasie me up“, „My sweet Lord“, „Wahres Glück“ und vielen weiteren, sowie schön inszenierten Bildern in ihren Bann zogen.

Das „kleine Christuskind“ in der angedeuteten Szene mit Hirten, den drei Königen und der Krippe war übrigens echt, heißt Simon, ist erst ein paar Wochen alt und schon seit seiner Zeit im Bauch seiner Mutter und Sängerin bei Joy of Voice Nadine ist er an Singen und Musik gewohnt.

„Das letzte Einhorn“ wurde hingegen anmoderiert durch Daniel aus dem Ensemble, der erklärte, was das letzte Einhorn mit Weihnachten zu tun hat: Für viele ist Weihnachten Magie, erinnert an die Geburt Christi, der Liebe und Hoffnung verbreitete.

In der Geschichte des letzten Einhorns ist es die Sanftmut des Einhorns, die seine Stärke wurde und über Hass und Zorn siegte und Hoffnung macht, dass es mehr als dieses eine, letzte Einhorn gibt. Das Weihnachtsfest solle auch als ein Fest der Liebe betrachtet werden, denn bezeichnenderweise ist Liebe in allen Religionen das höchste Gut und soll daran erinnern, dass Frieden, Glück und Liebe nicht weniger werden, wenn wir sie verschenken, sondern mehr.

Mit „Let it be“, „Crying in the Chapel“, „Bridge over troubled water“, „Lied eines Engels, „Power of Love“ und vielen mehr war dieser Abend, der auch viele tolle Soli bereithielt, nicht nur ein Ohrenschmaus. Durch viele schöne Lichtspiele vor dem minimalistischen Hintergrund der modernen Kirche und die freudigen Gesichter der Sängerinnen und Sänger war es ebenso ein Augenschmaus.

Und die Nachrichten, die sie uns zwischen dem ein- oder anderen Lied mit auf den Weg gaben, hallten sicher bei dem ein- oder anderen noch lange nach. So auch die letzte erzählte Geschichte von den Moderatoren Andreas und Niklas, die mit einem Schriftzug begann, der auf eine Wand gesprüht wurde: „Ausländer raus“.

Daraufhin verließ alles, was nicht aus diesem Land kam, das vorweihnachtliche Geschehen: Zimt und Koriander flogen nach Indien zurück, die Puten in den Osten, die Orangen nach Kalifornien, die Feigen und Datteln reisten zurück nach Saudi-Arabien, Baumwollkleidung und Handtücher flatterten zurück nach Asien und Afrika, Handys, Fernseher, Computer, Fotokameras, Kaffeemaschinen, Töpfe, Pfannen und Autos fielen allesamt auseinander, weil die einzelnen Teile dorthin zurückflogen, woher ihre Rohstoffe kamen.

Praktisch alles löste sich auf und nur sehr, sehr wenige isolierte Bestandteile blieben zurück, neben ein paar Äpfeln, Mehl, Milch und Rosinen, die ohne Zucker auch kaum mehr etwas für ein schmackhaftes Weihnachtsgebäck abgaben, denn der Zucker war zurück nach Brasilien verschwunden.

„Diese Geschichte will dazu sensibilisieren, sich bewusst zu werden und den Weg zurück zur Vernunft und zur Menschlichkeit zu finden“, gaben uns Andreas und Niklas mit auf den Weg.

Nach einem Weihnachtsmedley aus allen bekannten Weihnachtsliedern, bei welchem das Publikum eingeladen war, miteinzustimmen, wurden die 75 leidenschaftlichen Sängerinnen und Sänger des Ensembles Joy of Voice zusammen mit ihrer Leiterin Angelika Maier mit Standing Ovations verabschiedet.

Fotos:
aus eigener Quelle (Christine Hassler)

Berichte zur Musical Christmas Show mit Chris Murray und Joy of Voice

Bericht aus der AZ (Kempten) vom 05.12.2017

Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die stehen und Text

Wilpoldsried – Chris Murray und Joy of Voice verzaubern die Besucher mit ihren Stimmen und Kostümen

5. Dezember 2017

2017-12-03_Wilpoldsried_Chris_Murray_Joy-of-Voice_JOV_Poeppel_1911

Foto: Pöppel

Sonntagabend, 03.12.2017, hatte das Kultiviert in Wilpoldsried bei Kempten einen bekannten Bühnen- und Musicalstar zu Gast, Chris Murray. Er ist zur Zeit mit seinem Weihnachtsprogramm deutschlandweit unterwegs. Begleitet wird er vom Pianisten Philipp Polzin. In Wilpoldsried war auch das Showensemble „Joy of Voice“ mit auf der Bühne. Chris Murray erzählte von Weihnachten, von den Menschen, von Sorgen und Nöten und immer wieder kam seine prachtvolle, voluminöse Stimme zum Einsatz, begleitet vom Flügel und den Stimmen von Joy of Voice. Der weltbekannte Bühnenstar begeisterte nicht nur mit weihnachtlichen Klängen, sondern gab auch einiges aus seiner Musical-Karriere zum Besten – z.B. Auszüge aus Luther, Einstein, das neue Fugger-Musical in Augsburg u.v.m. In prachtvollen Kostümen untermalte Joy of Voice die Show und konnte gemeinsam mit Chris Murray den Konzertbesuchern einen wundervollen Abend präsentieren.