Großer Auftritt im Frack vom Dachboden – Memminger Zeitung, 7.10.2014

Kultur am Ort

NUMMER 230 DIENSTAG, 7. OKTOBER 2014

Großer Auftritt im Frack vom Dachboden

Musical Das Show-Ensemble „Joy of Voice“ scheut keine Mühen für die Ausstattung seiner prachtvollen Aufführungen.
Publikum in der ausverkauften Stadthalle applaudiert im Stehen für „Elisabeth – die Kaiserin der Herzen“

VON URSULA DENI

Memmingen „Elisabeth, die Kaiserin der Herzen“ kam zurück – wie es sich gehört für die berühmte „Sisi“ mit großem Pomp und begeistert beklatscht von zahlreichen „Untertanen“: Denn das Gesangsensemble „Joy of Voice“ brachte seine Musical-Show jetzt noch einmal auf die Bühne der voll besetzten Memminger Stadthalle. Ein großer Erfolg auch für Daniel Mladenov. Er hat das Libretto  geschrieben und führte diesmal auch Regie.
Vor zwei Jahren feierte die Musical-Show Premiere im Kaminwerk, Veranstalter war die Kulturwerkstatt. „Nun kam Angelika Maier,
die Leiterin von Joy of Voice, wieder auf mich zu mit der Bitte,   ,Elisabeth’ noch einmal in der Stadthalle aufzuführen“, erzählt Mladenov am Rand des Spektakels. Dafür hat er den Text sogar noch einmal überarbeitet. Er hat sich lang und intensiv mit der  umfangreichen Literatur über die schillernde Kaiserin befasst. „Das  kann man gar nicht alles so verarbeiten, wie man es gern möchte“, sagt er. Und hofft, dass auch die „neue“ Version beim Publikum ankommt.

Presse Bild ElisabethGaben alles auf der Bühne (von links): Kevin Prinz als Kronprinz Rudolf, die „junge Elisabeth“ Julia Berchthold und Daniel Mladenov,
der als „Tod“ zu sehen war, das Libretto geschrieben und Regie geführt hat.
Foto: Ursula Deni

Voller Einsatz für Projekt

Vollen Einsatz für ihr Projekt bringen aber auch alle anderen Ensemble-Mitglieder, und das nicht nur auf der Bühne. Karl-Heinz Sroka erzählt beispielsweise, dass die Interpreten ihre prächtigen Kostüme oft in Eigeninitiative erwerben, sei es aus einem Theater-Fundus, der verkauft wird, aus Nachlässen oder auf Flohmärkten. Seinen Frack zum Beispiel hat er auf einem Dachboden beim Ausräumen gefunden. Eigens genäht werden Kostüme etwa, wenn für bestimmte Szenen mehrere Darsteller gleich gekleidet sein müssen – dann steigen die Kosten natürlich.
Bewundernde Blicke erntet die prachtvolle Ausstattung aber in jedem Fall.
Eindrucksvoll und stimmgewaltig brachten die Sänger und Sängerinnen das Leben Elisabeths mit all seinen Höhen und Tiefen auf die Bühne. Alle Personen wurden zu Beginn vorgestellt, so war der Zusammenhang für jeden Zuhörer verständlich.
Und das Publikum fühlte von Anfang an mit der Regentin mit, denn ihre innere Zerrissenheit kam schon in der Hochzeitsszene beim Lied „Der letzte Tanz“ überzeugend herüber.
Gaffer hinter einer Wand machten der jungen Kaiserin Angst – schauspielerisch und stimmlich fantastisch intoniert. Eine Frauenstimme las Gedichte gefühlvoll vor, die Elisabeth selbst verfasst hat, und Werke von Heinrich Heine, mit musikalischer Untermalung der „Joy of Voice“-Band. Oft spürte man die Verzweiflung Elisabeths, etwa in „Ich gehör nur mir“, mit wundervoller, kräftiger Stimme gesungen von Raffaela Cervoni.

Ob Kevin Prinz, Daniel Mladenov und Uwe Besserer in „Mein Engel aus Kristall“ oder einer der vielen anderen Songs – begeisterten Applaus gab es nach jeder Szene und jeder gesanglichen Darbietung (alle Mitwirkenden siehe Infokasten).
Fast drei Stunden dauert das Programm.
Das Publikum dankte es den Darstellern mit anhaltendem Applaus im Stehen und Bravorufen – und fordert damit noch mehrere Zugaben heraus.

Die Mitwirkenden

Gesang Elisabeth als Kind (Maria Hahn), Elisabeth in jungen Jahren
(Julia Berchthold), Elisabeth beim Besuch in der Irrenanstalt (Alexandra Betzler), Elisabeth im weiteren Verlauf des Lebens (Raffaela Cervoni), Elisabeths Seele Gehilfin der Cäsarin von Wien (Tina Miller), der Tod (Daniel Mladenov), Kaiser Franz Joseph (Uwe Besserer), Kronprinz Rudolf (Kevin Prinz), Kronprinz Rudolf als Kind (Jeanette Fichtner), Herzog Max von Bayern (Karl-Heinz Sroka), Erzherzogin Sophie (Angelika Heinle), Mary Vtsera/Cäsarin von Wien (Nadine Singer), Bettlerinnen (Andrea Baumgärtner, Katherina Heinle), Elisabeths Schwester Helene (Katja Moosher), Die Ungarn (Karin Hipp, Gerhard Bär, Siegfried Langer), Luigi Luccheni (Philipp Krenn) und Gesamtleiterin Angelika Maier.
Musik Liveband mit Klaus Zellmer (Gitarre/Bandleitung), Sebastian Schmid (Bass), Ullrich Willer (E-Piano), Johanna Langer (E-Piano, Cello), Kompositionen für musikalische Gedichtuntermalung: Johanna Langer.
Tanz „Bliems bunte Bühne“ sorgte für Bewegung auf der Bühne.
(ude)

Mit Musical-Hits auf Sinnsuche – Tannheim, 20.9.2014

Presse TannheimMit Musical-Hits auf Sinnsuche

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, ob sein Leben das richtige sei? Diesen Gedanken hatte auch Nonne Luzi aus dem Musical „Sister Act“ zu Beginn der „End of Summer Night“-Show in Tannheim. Dem Showensemble „Joy of Voice“ unter der Leitung von Angelika Maier gelang es im voll besetzten Saal des Theatervereins, den Zuschauern genau dieses Thema die ganze Show über näher zu bringen. Sie begleiteten die Nonnen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Diese Reise führte durch die bunte Welt bekannter Musicals wie „Die Schöne und das Biest“, „Elisabeth“, „Phantom der Oper“, „Mamma Mia“ oder „Die Päpstin“. Die eingängigen Hits wurden mit atemberaubenden Stimmen und großem schauspielerischen Können dargeboten. Mit der Botschaft im Lied „Always look on the bright side of life“, sich immer der Sonnenseite des Lebens zuzuwenden, wurde das begeisterte Publikum verabschiedet. mz/Foto: Schall